vom Turnverein Gönnern zum TTV Gönnern


Der Verein wurde am 23.11.1966, zunächst als reiner Turnverein unter dem Namen TV Gönnern gegründet. Erster von bis heute nur drei Vorsitzenden war Herbert Meyer, sein damaliger Stellvertreter der heutige Ortsvorsteher von Gönnern, Werner Lenz. Die ersten TT-Spieler traten in den Folgemonaten dem Turnverein bei, insbesondere um die guten Spielmöglichkeiten im neuen Bürgerhaus in Gönnern nutzen zu können. Die TT-Gründungsväter waren insbesondere die „Ur-Gönnerschen“ Kurt Graf und Klaus Lenz, die dem Verein noch heute im Vorstand oder als Spieler zur Seite stehen. In der Saison 1967/68 nahm erstmals eine TT-Mannschaft am Rundengeschehen im Sportkreis Biedenkopf teil. Bereits zwei Jahre später gelang der Sprung in die überkreisliche A-Klasse Biedenkopf/Dillenburg. Zahlreiche im Sportkreis Biedenkopf namhafte TT-Sportler schlossen sich seinerzeit dem TV Gönnern an, allen voran die noch heute aktiven Manfred Herzberger, Herbert Hess und Roland Rink. Über die Bezirksklasse und die neu gegründete Bezirksliga ging es in den 70iger Jahren bis in die Gruppenliga (1980/81). Bereits zwei Jahre später schaffte das Sextett Graf, Herzberger, Hess, Torsten Märte, Rink und Winfried Rombach den Sprung in die Landesliga. Motiviert durch die Erfolge und die guten Trainingsbedingungen streiften sich in den Jahren 1985 und 1986 Andreas Stellner vom Zweitligisten TTC Herbornseelbach und das Jungtalent Sven Hollitzer vom TV Wallau das Trikot der Hinterländer über. Es sollte aber noch fast zwei Jahre dauern bis Hessens höchste Spielklasse erreicht war. Am 25. April 1987 war es dann soweit. 200 Zuschauer im überfüllten Bürgerhaus bejubelten den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Mit der Mannschaft Stellner-Märte-Hollitzer-Müller-Rink-Rombach war das große Ziel Hessenliga erreicht. Zwei Jahre später schien der Aufwärtstrend mit dem Abstieg aus der Hessenliga jäh gestoppt. Einige Spieler wollten den Verein verlassen, der Club stand am Scheideweg. Doch durch den nachträglichen Aufstieg des Tabellenzweiten Gombeth in die Oberliga kam überraschend alles anders. Man blieb in der Hessenliga und in einer Blitzaktion in Prag wurde der tschechische Weltklassespieler Miroslav Cecava, damals Nr. 20 der Europarangliste und heute Herren-Nationaltrainer seines Heimatlandes, vom Erstligisten TJ Valcovny Plechu verpflichtet. Der bisher spektakulärste Transfer auf dem heimischen TT-Markt stellte dann auch die Weichen in Gönnern völlig neu auf Leistungstischtennis. In dieser Zeit fand auch ein Wechsel an der Vereinsspitze statt. Am 02.06.1989 übernahm Torsten Märte das Amt des Vereinschefs von Manfred Herzberger, der am 15.08.1975 Herbert Meyer abgelöst hatte. Die ersten Sponsorenlogos zieren seit dieser Zeit das Trikot der ersten Mannschaft und das Sextett Cecava-Wollenhaupt-Hollitzer-Stellner-Märte-Hess zog im ersten gemeinsamen Jahr in die Oberliga Südwest ein. Die Unternehmensgruppe MÜLLER GÖNNERN, seit Jahren Förderer des Vereins, entschloss sich gegen Änderung des Vereinsnamens in TV Müller Gönnern als Hauptsponsor einzusteigen. In 1991/92 folgte die Oberligameisterschaft, der bereits ein Jahr später der Titelgewinn in der Regionalliga und der Aufstieg in die 2. Bundesliga folgte. Erstmals Cheftrainer war in dieser Meistersaison Helmut Hampl, der bereits das Regionalliga-Team (Cevava, Beck, Noha, Neeb, Rossmann, Hollitzer) vollkommen umgebaut hatte und in der 2. Liga fast vollständig auf junge deutsche Nachwuchsspieler setzte. So trugen in den folgenden drei Zweitligajahren u.a. die deutschen Talente Thomas Keinath, Jochen Eisele, Tobias Beck, Frank Renkewitz das Trikot der Angelburger. Im 3. Zweitligajahr verpflichtete der TV dann auf Drängen von Hampl den 14-jährigen dreifachen Schüler-Europameister Timo Boll, der zum größten Aushängeschild des Vereins und des deutschen TT werden sollte. Mit dem bis dahin besten Sextett der Vereinsgeschichte, angeführt von den Weltklassespielern Trinko Keen (Nr. 2 Holland), Dmitrij Mazunov (Nr. 1 Russland) und den jungen Deutschen Tobias Beck, Frank Renkewitz, Markus Neeb und Timo Boll stieg das Team mit 38:2 Punkten in der Saison 1995/96 in Deutschlands Eliteklasse auf und etablierte sich auf Anhieb. Insbesondere der erst 15-jährige Timo Boll, als jüngster Erstligaspieler aller Zeiten, übertraf sämtliche Erwartungen. Das als Absteiger gehandelte Team Zengcai Xu, Danny Heister, Hansi Fischer u. Timo Boll schaffte souverän den Klassenerhalt und konnte bereits im Dezember 1997 unter dem neuen Namen TTV RE-BAU Gönnern mit dem deutschen Pokalsieg (4:3 gegen Frickenhausen) vor 1.500 Zuschauern in Rotenburg/Fulda in der Besetzung Boll, Grujic, Heister und Xu ein neues Vereins-Highlight setzen. Spätestens mit der Verpflichtung von „Mister Tischtennis“ Jörg Rosskopf im Frühjahr 2000 verlor der TTV RE-BAU Gönnern das Image der grauen Maus, etablierte sich als deutsche TT-Hochburg und stellte zeitweise mit Boll, Fejer-Konnerth und Rosskopf die gesamte deutsche Nationalmannschaft. Im Dezember 2001 in Dillenburg konnte das Trio Boll, Heister und Grujic trotz des Ausfalls von Jörg Rosskopf den Pokal mit einem 3:0 gegen Borussia Düsseldorf zum zweiten Mal in`s Hinterland holen. In der vergangenen Saison qualifizierte sich der TTV zum ersten Mal für die European Championsleague, wurde hier sensationell vor Niederöstereich, Halmstaad und Ochsenhausen Gruppenerster, scheiterte aber dann im Halbfinale ohne den erkrankten Boll, der im Jahre 2003 als erster Deutscher Nr. 1 der Weltrangliste wurde, an Grenzau. Zweimal Deutscher Pokalsieger und zweimal Deutscher Vizemeister sowie European Champions League Sieger 2005 zieren bisher als die größten Erfolge den Briefbogen des Clubs. In der Besetzung Timo Boll, Jörg Rosskopf, Slobodan Grujic, dem Rückkehrer Toshio Tasaki, Nico Stehle und dem 16-jährigen deutschen Jugendmeister Patrick Baum setzt der TTV weiterhin auf junge deutsche Nachwuchsspieler und will erneut einen Titelgewinn in Angriff nehmen.